Microsoft Copilot Cowork erwägt den Einsatz von DeepSeek V4: 57-fache Preisdifferenz zwingt Giganten zum Umstieg
Microsoft Copilot Cowork ist auf eine nutzungsbasierte Abrechnung umgestiegen und hat eine optimierte Version von DeepSeek V4 als kostengünstige Alternative in Betracht gezogen. Der Ausgabepreisunterschied zwischen Fable 5 und DeepSeek V4 Pro beträgt das 57-fache, und das Modell wird vollständig auf Azure gehostet, um die Datensicherheit zu gewährleisten.
Laut axios stellt Microsoft den Copilot-Cowork-Agenten auf ein nutzungsbasiertes Preismodell um und prüft außerdem den Einsatz einer fein abgestimmten Version von DeepSeek V4 als kostengünstige Alternative zu Anthropic- und OpenAI-Modellen. Dies ist das erste Mal, dass ein internationaler Technologieriese öffentlich erklärt, dass er DeepSeek in seine Lieferantenoptionen aufnehmen wird.
Die treibende Kraft dahinter ist der enorme Preisunterschied. Agententools wie Copilot Cowork, Claude Code und Codex erfordern bei der Erledigung komplexer Aufgaben kontinuierliche und wiederholte Aufrufe des zugrunde liegenden KI-Modells – das verbessert die Produktivität erheblich, bringt aber auch „verrückte KI-Rechnungen“ mit sich. Anthropics neuestes Flaggschiff, Fable 5, kostet 50 US-Dollar/Million Tokens, während der Output von DeepSeek V4 Pro nach einem dauerhaften Rabatt von 25 % nur 0,87 US-Dollar/Million Tokens beträgt – ein Unterschied von etwa dem 57-fachen. Bei sehr großen Unternehmensbereitstellungen bedeutet dieser Preisunterschied einen Kostenunterschied von Millionen oder sogar mehreren zehn Millionen Dollar.
Charles Lamanna, Executive Vice President von Copilot, Agents and Platforms bei Microsoft, sagte, dass Unternehmen, die Copilot Cowork nutzen, auf der Grundlage des von ihnen durchgeführten Rechenaufwands zahlen. In der Zwischenzeit evaluiert Microsoft eine optimierte Version von DeepSeek V4 oder ein anderes Open-Source-Modell und geht davon aus, die Auswahl zu bestätigen und in den kommenden Wochen eine kostengünstigere Modelloption auf den Markt zu bringen.
Auf der Sicherheits- und Compliance-Ebene verspricht Microsoft, dass die Modelle vollständig auf Azure gehostet werden, wobei die Kundendaten in der Microsoft-Cloud verbleiben und durch die Unternehmenssicherheits-, Compliance- und Datenresidenzkontrollen von Azure geschützt werden. Dies löst im Wesentlichen die bisher größte Sorge von Unternehmenskunden hinsichtlich der Datensicherheit von DeepSeek – das Modell wird in China trainiert, die Schlussfolgerung wird jedoch in der US-Cloud abgeschlossen und die Daten verlassen das Land nicht.
Aus Branchensicht hat der Schritt von Microsoft mehrere strategische Auswirkungen. Erstens ist dies ein klares Preissenkungssignal für Anthropic und OpenAI – die Einführung von DeepSeek kann sowohl als Verhandlungsgrundlage für niedrigere Lieferantenangebote genutzt werden als auch die Betriebskosten von Copilot Cowork erheblich senken. Zweitens hat Microsoft DeepSeek auf Azure bereitgestellt, anstatt chinesische Server direkt anzurufen, wodurch Streitigkeiten um die Datenhoheit geschickt vermieden und anderen ausländischen Unternehmen ein replizierbarer Compliance-Pfad zur Nutzung chinesischer KI-Modelle geboten wurde. Drittens stellt Copilot Cowork auf eine Kombination aus Pay-as-you-go-Abrechnung + Niedrigpreismodell um und markiert damit den Wandel im Preismodell von KI-Tools für Unternehmen von einem „Abonnementsystem“ zu einem „volumenbasierten System + Kostenoptimierung“ mit Doppelradantrieb.
Es lohnt sich, auf das Follow-up zu achten: das genaue Modell und den Zeitplan, den Microsoft letztendlich wählt; ob Anthropic/OpenAI seine Preisstrategie auf Unternehmensebene angesichts des 57-fachen Preisunterschieds anpassen wird; ob die Unternehmensumsätze von DeepSeek im Ausland über den Azure-Kanal zu einem neuen Wachstumspol werden können; und ob andere Cloud-Dienstanbieter (AWS, GCP) ähnliche Hosting-Lösungen nach chinesischem Modell anbieten werden.
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